WAVE Trophy Tagesbericht #6, Etappe „Wien -> Freistadt“ (27.09.2018)

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Nach der Übernachtung in Elsbeere Wienerwald machen wir uns um 07:45 auf den Weg Richtung des Betriebsgeländes der Firma Kickinger, angeblich findet dort ein gemeinsames Frühstück statt. Angekommen begeben wir uns in die ausgeräumte Fabrikhalle und stellen fest, dass Mathias von Fahrvergnügen nicht zu viel versprochen hat. Es gibt Frühstücksbuffet mit frischen, österreichischen Gebäcken und die üblichen Schmankerl. Circa zehn unterschiedliche Aussteller haben Stände aufgestellt und warten darauf, uns die Geschichte hinter ihrem Herzensprojekt zu erklären. Eine Schülergruppe der vierten Klasse der HTL St. Pölten zeigt ihre selbst konzipierte Motorsteuerung mit Drehstromasynchronmotor, andere präsentieren ein Prototyp ihres mechanischen Lademechanismus und ein älterer Herr zeigt sein Auto – ein 100 Jahre altes Elektroauto. Also so alt, dass sogar Kaiser Wilhelm einen fuhr. Nach einer Stunde Nussgipfeln und Topfentascherl schoppen begeben wir uns zu den Fahrzeugen und zischen nach Großschönau. 

Dort angekommen werde wir direkt von der Support Crew empfangen und millimetergenau auf den Ladeplatz verwiesen. Hat da etwa jemand meine Blogposts der letzten Tage gelesen? Wir begeben uns in das Hauptgebäude der Sonnenwelt Großschönau. Stellt sich heraus, dass dieses Gelände vor ein paar Jahren auserkoren wurde, als Vorzeigeprojekt die Nachhaltigkeit der Region zu repräsentieren. Der ganze Komplex soll Ideen, Ansätze und geschichtliches Bewusstsein der Solarenergie vermitteln und bietet einen über 2000 m² großen Themenpark mit Experimenten, historischen Aufbereitungen und technischen Lösungen. Es brennt uns unter den Fingernägeln diese Tour abzuklappern, aber nach 5 Minuten ist damit Schluss, denn jetzt gibt’s Gulaschsuppe. Wir kommen sicher irgendwann wieder hier her, allerdings ohne WAVE und mit genug Zeit. Die Themenwelt ist toll aufgebaut und das Thema wichtig. 

Von der Sonnenwelt geht’s dann zu KEBA nach Linz, also einer von Linz größten und renommiertesten Unternehmen. Wir werden in die Tiefgarage gelotst, wo ein Stand aufgebaut wurde. Es gibt über 30 Ladestationen für den Stecker Typ 2 und wir können unser Auto problemlos anstecken. Wir werden zu einer Tour durch die Fertigungshalle eingeladen und bekommen anhand einer Präsentation die KEBA vorgestellt, alles ziemlich interessant. Das Marketingteam hat sich bei diesem Etappenziel definitiv bemüht und sich ordentlich ins Zeug gelegt, zum Beispiel gibt’s blechweise Kuchen der Konditorei Jindrak, also den Erfindern der Linzer Torte. In der Tiefgarage können wir anschließend mit den Mitarbeitern fachsimpeln und uns austauschen. Es fährt ja bereits seit Beginn der WAVE ein KEBA Tesla mit, daher kennen wir ein paar davon. Nun geht’s auf zu Kreisel nach Rainbach bei Freistadt. 

Kreisel ist vermutlich einigen ein Begriff, die Firma war vor ein paar Jahren mit ihrem elektrischen Porsche Panamera groß in den Medien. Das Gebäude befindet sich im ländlichen Rainbach bei Freistadt, also mitten im grünen, schönen Oberösterreich. Das frisch errichtete Headquarter sticht eindrucksvoll aus der Landschaft heraus und reflektiert Fortschritt in der eher ländlichen Region. Auf dem Betriebsgelände gibt’s natürlich eine Unmenge an Ladestationen, wodurch das Laden komplett unproblematisch abläuft – wäre da nicht die Tatsache, dass unsere Autos bei der Firma eine Überlast erzeugen und wir dadurch keinen Strom mehr zuzeln. Stattfindende Energietests bei Kreisel und unseren Autos sprengen die maximal ertragbare Energiemenge, wodurch wir entweder alle abstecken müssten oder eine sonstige Lösung gefunden werden muss. Lösung der Firma Kreisler: Die WAVE bekommt den Fokus und die Mitarbeiter können auf der Dachterrasse am 25m Firmenpool ein paar Freistädter Bier trinken und den Abend ausklingen lassen. Ja, richtig gelesen. Wir werden gebeten uns in die Firmenbar zu begeben, also stehe ich von meinem Platz an der Firmenfeuerschale auf und nehme mir auf dem Weg ein Freistädter Ratsherren aus dem Firmenkühlschrank mit. Ja, wieder richtig gelesen. Nach einem Vortrag von Markus Kreisel zur Entstehungsgeschichte von Kreisel halten auch Helios und Phoenix Contacts kurze Präsentationen zu diversen elektrotechnischen Themen. Dann fahren wir im Konvoy nach Freistadt. 

In Freistadt werden wir am Marktplatz gefühlt von der halben Stadt empfangen. In der Innenstadt wurde für uns Ladepunkte verlegt, die Hotels sind ca. 200m von unseren Parkplätzen entfernt. Auf einer Bühne findet Programm statt, unter anderem tanzen Schülergruppen ein Stück und die Damen vom lokalen Bongoclub, falls man das so nennen kann, trommeln. Der Marktplatz ist gefüllt mit Einwohner, die sich für unsere Rallye und die Technologie interessieren. Ausgeschenkt wird Freistädter Bier, für die Kinder gibt’s eine mit Fahrrädern betriebene Carrerabahn und Kreisel stellt Elektromotorräder aus. Wir erhalten eine offizielle Ansprache und begeben uns nach dem Einchecken in die Freistädter Brauerei. Durch die Showbrauerei geht’s in der Brauereikeller, wo uns ein gutes Abendessen erwartet. Super Tag, gut gemacht, Oberösterreich.