WAVE Trophy Tagesbericht #7 & #8, Etappe „Freistadt -> Mauterndorf -> Werfenweng“ (28/29.09.2018)

Die Tagesberichte und weitere tägliche Blog Posts könnt ihr auch auf unserem Facebook Blog lesen.

Aufgestanden in Freistadt machen wir uns auf den Weg nach Sattledt zu Fronius, wo uns an Hand eines Vortrags die Geschäftsbereiche und Zukunftsvisionen von Fronius präsentiert werden. Danach folgt eine Führung durch die Fabrikhalle, welche wesentlich größer ist, als von uns angenommen. Generell sind wir von Fronius beeindruckt, da wir der Auffassung waren, dass das Unternehmen eine wesentlich kleinere Firma mit engerer Produktpalette sei, sprich Schweißgeräte. Anschließend schießen wir auf dem Parkplatz erneut ein Gruppenfoto und Drohnenvideo mit „LINKS RECHTS LINKS RECHTS…“. Die WAVEr und Angestellten bei Fronius werden wissen, was ich meine. 

In Anif bei Salzburg sind wir nach dem Mittagessen bei KTM Technologies und Kiska zu Gast und können jeweils eine Viertelstunde einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wenn ich Kiska in einem Satz beschreiben müsste, würde ich „Haus und Hof Designer von KTM“ wählen. Bei Kiska wird uns die Firma im Foyer präsentiert, bei KTM kommen wir 15 Meter weiter in einen Videoraum, wo wir 10 Minuten lang ein Prototyp eines Elektrofahrrads zu sehen bekommen. Fotos dürfen wir keine machen, damit kein Betriebsgeheimnis veröffentlicht wird. Bei Kiska können wir mit jeweils einem leitenden Ingenieur und Designer reden, wodurch wir ein paar genauere Abläufe zwischen Kiska und KTM Technologies vermittelt bekommen. Während unseres Aufenthalts in Anif können wir unser Auto an einer Smatrics CCS Säule laden, da uns ein nettes Fräulein von Team IM-PLAN-TAT mit ihrer Smatrics Karte auf einen „Stromzuzler“ einlädt, denn unsere ChargeNow Karte ist von einem anderen Anbieter. Danke, Pia! Nach diesen zwei Firmenbesichtigungen geht’s auf nach Mauterndorf, wo wir bereits erwartet werden.

Da es bis jetzt nicht allzu viel zu berichten gibt, nutze ich nun die Chance, euch exemplarisch unsere Etappenaufenthalte an Hand von Mauterndorf zu erläutern. Mit allen Höhen und Tiefen, damit ihr euch mal ein Bild über unsere Stopps machen könnt.

Richtung Mauterndorf informieren wir uns auf Wikipedia und Google Maps über die Marktgemeinde. Der Zielort, also der Marktplatz, ist relativ eng und bietet genau eine Ladesäule mit 2x Stecker-Typ 2. Laut Roadbook treffen wir uns an der Talstation und fahren dann im Konvoy in die Marktgasse. Wir wissen aus erster Hand, dass der Support Crew 5 x 63A Anschlüsse versprochen wurden, schätzen aber, dass das wegen mangelnder Kommunikation in die Hose geht. Wir beschließen einen Präventivschlag gegen das Organisationschaos und fahren direkt in den Ort, also vorbei an dem Parkplatz bei der Seilbahn. Wir sind die ersten bei der Säule und stecken unser Auto an. 60 Sekunden später kommt uns eine Verantwortliche des Tourismusverbandes entgegen, begrüßt uns höflich und teilt uns mit, dass wir uns am richtigen Fleck befinden, beim Parkplatz am gegenüberliegenden Ende der Marktgasse. Kurz darauf kommt der Tesla der Support Crew #1 angesaust und begutachtet mit uns den bereitgestellten Stromverteilkasten. Welch Wunder, es ist für alle nur 1x 63A vorhanden, der Rest muss sich mit „unserer“ Säule zufriedengeben. Die nette Dame mit dem Dirndl fragt uns, ob es größere Probleme gab, denn nicht nur steht sie seit 1.5 Stunden in der Kälte und wartet auf unsere Autos, sondern es wurde erst heute Morgen von dem Veranstalter Bescheid gegeben, wie und wann wir kommen werden – also viel zu kurzfristig für professionelle Events. Wir verstehen uns super und kommen ins Gespräch, aber die Dame wirkt äußerst genervt von der ganzen Situation. Unserer Meinung nach auch gerechtfertigt, denn es ist einfach nicht normal, dass man ein ganzes Dorf so lange warten lässt. 

Wir setzen uns in die Spunte neben dem Parkplatz und trinken Espressi. Nach und nach treffen die Autos vom Liftplatz ein und suchen eine Lademöglichkeit, werden aber alle vertröstet. Bei vielen macht sich deutlicher Unmut sichtbar, denn schließlich wurde unserer Organisation ausreichend Lademöglichkeiten versprochen. Wenn man im Vorfeld gewusst hätte, dass es die nicht gibt, wäre man wo anders hingefahren. Das geht aber jetzt nicht mehr, denn das eine oder andere Fahrzeug ist leer. Nach dem Espresso begeben wir uns zum Torbogen 500m weiter oben in der Marktgasse und sehen, dass das Arrival vorüber ist – beim Bogen wird die Luft ausgelassen und die Teilnehmer in die Burg zum offiziellen Empfang geschickt. Nachdem sich der Platz geleert und alle Organisatoren abmarschiert sind, denken wir uns, dass die Frau vermutlich noch sinnloserweise in der Kälte steht, weil ihr niemand Bescheid gegeben hat. Wir marschieren runter und siehe da, die zittert da vor sich her. Wir bieten ihr eine Jacke an und teilen ihr mit, dass alles vorüber ist. Sie tut ihr Unverständnis kund, bedankt sich bei uns und erklärt uns auf dem gemeinsamen Spaziergang historische Begebenheiten des Dorfs – sie ist ja Fachfrau vom Touristenverband. Wir, die Old Creek Connection, bedanken uns im Namen der WAVE Teilnehmer bei der netten Dame für den herzlichen Empfang. In der Burg werden wir vom Manager des Biosphärenparks Lungau begrüßt. Wir erhalten eine kleine, sehr schön verarbeitete Holzsteige aus Sägewerkabfällen gefüllt mit Bier, Limonade und speziellen lungauer Erdäpfeln. Im Burg Saal serviert man uns eine lokale Köstlichkeit und ein Trio spielt für uns Bierhausmusik. Es wird durch das Mikrofon vom Veranstalter eine Durchsage gemacht, dass morgen Vormittag beim Treffpunkt Lademöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden sollen, diese aber „logischerweise“ bereits aufgebaut seien und wir dort laden können. Der Abend ist super, die Leute freuen sich über den herzlichen Empfang und das Geschenk. Man spürt aber, dass es in der Luft leicht von Unverständnis über die Ladesituation knistert. 

Um 21:00 marschieren wir zum Auto und fahren zu unserer Unterkunft, also in das 10 km entfernte Dorf St. Michael im Lungau. Im Ort surren überall Elektroautos umher die ihre Unterkunft suchen, denn im Roadbook stehen falsche Adressen. Manche läuten bei falschen Häusern, andere suchen verzweifelt Strom, andere sind sowieso im falschen Ort. Wir checken um 22:30 in der Unterkunft ein und fahren zum morgigen Treffpunkt, eine Talstation einer weiteren Seilbahn. Überall stehen nicht angeschlossene Fahrzeuge und leere Steckdosen, von den Fahrern ist keine Sicht. Es stellt sich heraus, dass die elektrische Infrastruktur einen Schuss hat und niemand laden kann. Da wir vom Fach sind, nehmen wir uns dem an. Nach 10 Minuten kommt ein weiteres Team dazu, mit welchem wir uns in Kooperation auf Fehlersuche begeben – im Stockdunkeln mit einer Taschenlampe bei Kälte und Nässe. Nach einer Dreiviertelstunde kommen wir zum Schluss, dass es vermutlich am FI-Modul vom Leistungsschutzschalter liegt, was aber wegen der Verplombung außerhalb unserer Machbarkeit liegt. Wir schaffen es allerdings, dass ein Auto geladen werden kann und stecken den BYD vom anderen Team an.

Wir suchen uns im Auto am Ultrabook die nächste Ladestation mit CCS Lademöglichkeit und werden beim BIPA fündig. Dort angekommen steht bereits einer unserer ZOEs am zuzeln und bietet uns seinen Platz in 5 Minuten an. Mittlerweile regnet’s und wir stecken unseren BMW um 00:45 für eine halbe Stunde an, damit wir auf 90%+ kommen. Um 01:30 sind wir endlich beim Hotel, wo uns das Team mit dem roten Tesla aus St. Pölten entgegen kommt. Die suchen immer noch nach einer Lademöglichkeit, wir schicken sie zum BIPA. Um 05:30 geht der Wecker. Am nächsten Morgen um 06:00 fahren wir mit der Sonnenbahn auf den Speiereck und genießen auf einer Hangspitze den Sonnenaufgang. Leider ist es neblig und wir könne die Sonne nicht sehen, aber toll war’s allemal. Dann wird auf der Bergstation ordentlich nach lungauerischer Art gefrühstückt. Danke für die Einladung, war super!

Um 09:30 fahren wir ab Richtung Gröbming, gefolgt von der Firma Schunk in Bad Goisern. Der Aufenthalt bei letzterer fällt leider äußerst kurz aus, da uns das Roadbook eine genaue Abfahrtszeit vorgibt, welche allerdings aus organisatorischen Gründen von fast niemanden eingehalten wird. Die Autos kommen dadurch tropfenweise und zu spät beim Firmengelände an. Nach einer dreiviertelstündigen Führung werden wir vom Organisator aufgefordert weiter zu fahren. Wir ignorieren die Aufforderung und unterhalten uns mit den Mitarbeitern in der Kantine. Auf die Nachfrage, ob sie schon vor 13:30 auf uns gewartet haben, bekommen wir die Antwort „Ja, seit morgen.“. Wir bedanken uns bei den Mitarbeitern für die Gastfreundschaft sowie den tollen Empfang und begeben uns mit einer halben Stunde Verspätung zum Auto. Wir setzen uns ins Auto, sehen uns an und geben beide zu, dass wir uns für dieses organisatorische Chaos fremdschämen. Wenn schon ein Roadbook geplant wird, muss das auch die Gastfreundschaft der Gemeinden und Firmen respektieren. Soll heißen: Weniger Programm pro Tag, längere Aufenthaltsdauer pro Zwischenstopp, bessere und klarere Kommunikation mit den Gastgebern und eingehaltene Pünktlichkeit.

Wir düsen zum Ziel nach Werfenweng, wo auf uns eine Abschlusszeremonie wartet. Die WAVE Trophy 2018 ist vorbei, wir fahren noch am Abend nach Hause.

In den nächsten Tagen folgt noch unser Abschlussbericht mit unserer Meinung zur WAVE. Soviel vorweg: Großartige Teilnehmer, tolle Gruppenleiter, tolle Support Crews, super Etappenpunkte, grandiose Gastgeber, aber zu chaotische Organisation/Kommunikation vor und hinter der Bühne.

WAVE Austria 2018 – die „Roller-Gang“ der Hochschule Biberach

Das Team der Hochschule Biberach ist mit der E-Roller-Flotte „HBC.Move“ mit von der Partie.

Studierende, Forschungsmitarbeiter sowie Professoren werden Tag für Tag im Sattel sitzen und die Tour durch eine atemberaubende Landschaft und interessanten Stopps in Städten, bei Schulen und Unternehmen absolvieren. Auch die Hochschulleitung übernimmt einen Teil der Strecke – Prorektor Professor Jens Winter übernimmt die erste Etappe, Kanzler Thomas Schwäble, den letzten Teil der Route, bevor die WAVE AUSTRIA in Werfenweng bei Salzburg endet. Am Campus Stadt der HBC wurde das 12-köpfige Team von Professor André Bleicher, Rektor der Hochschule Biberach, verabschiedet. Er dankte allen Fahrerinnen und Fahrern für ihren Einsatz: Am Ende der Tour werde man wissen, wie sich die Roller unter Extrembedingungen verhalten. „Ich hoffe, FahrerInnen und Fahrzeuge überstehen diesen Stresstest gut“.

Insgesamt 1600 Kilometer werden die Rallye-TeilnehmerInnen zurücklegen; Steigungen von rund 14600 Metern müssen auf der Tour bewältigt werden. Für die anspruchsvolle Tour werden die Roller der Hochschule mit Ersatz-Akkus ausgestattet, ermöglicht hat dieser der Sponsor Trinity Electric Vehicles GmbH.

Für die Hochschulmitglieder bedeutet diese ungewöhnliche Reise ein Abenteuer, bei dem sie viele Menschen und Orte kennenlernen werden.

Dahinter steht aber auch die Überzeugung der Teilnehmenden, dass eine Mobilität der Zukunft nachhaltig sein muss und E-Mobility hierfür ein Baustein sein wird. Dies ist auch der Ansatz der Hochschule Biberach, die die Roller-Flotte angeschafft hat, „um dem langfristigen Ziel, einen emissionsfreien Campus zu entwickeln, näher zu kommen“, so der Kanzler der Hochschule Biberach, Thomas Schwäble. Den HBC.Move sieht er als Instrument, Hochschulmitglieder für E-Mobility zu begeistern; vor allem aber stellt es ein  wissenschaftlich begleitetes Realprojekt dar, das die Transferhochschule zum Beispiel auf die Anforderungen von Kommunen oder Unternehmen anpassen und zur Umsetzung bringen will.

Auch das Abenteuer WAVE soll für die HBC weitergehen; im kommenden Jahr plant der Veranstalter die erste Rallye durch Deutschland. Mitte September 2019 könnte Stadt und Region Biberach eine Station der weltgrößten E-Veranstaltung sein. Das HBC-Team nimmt an der diesjährigen Tour durch Österreich bereits als Botschafter für Biberach teil.

Auszug von der HomePage der Hochschule Biberach

 

Bemerkungen
super Team
voll dabei, auch bei Kälte, Schnee und Regen
volles Engagement
weiter so !
ihr war’d echt spitze

WAVE Austria 2018 – Forschung der Uni Magdeburg rollt Elektromobil über die Alpen

Elektromobile Fahrzeuge der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg rollen derzeit emissionsfrei über die österreichischen Alpen:
Mit zwei Teams sind Ingenieure der Fakultät für Maschinenbau am Wochenende bei der WAVE Austria gestartet. Noch bis zum 29. September 2018 navigiert das Team „Editha“ das selbst entwickelte Forschungs- und Erprobungsfahrzeug eZTR, ein Leichtkraftfahrzeug auf drei Rädern, durch die Hochalpen. Das Team „Otto“ ist mit einem e-Golf als Begleitfahrzeug unterwegs.

Der eZTR ist ein Roadster, der seit Anfang des Jahres straßenzugelassen ist.
Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 110 Kilometern pro Stunde und hat eine Reichweite von ungefähr 150 Kilometern. Die Entwicklung wurde im Rahmen des Projektes COmpetence in MObility vom Land und vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Ingenieure der Otto-von-Guericke-Universität erproben mit diesem Prototypen die Leistungsfähigkeit der Antriebskomponenten und das Gesamtverhalten des Antriebsstranges unter Alltagsbedingungen.

Dipl.-Ing. Stefan Lüdecke, Pilot und verantwortlicher Testfahrer des eZTR für die Alpenrallye: „Die Berg- und Talfahrten werden sehr anspruchsvoll, es wird für das Fahrzeug eine harte Belastung mit extremen Anforderungen. Wir wollen vor allem die Steuerung rund um die Batterietechnologie und das Motormanagement bei Extrembelastungen austesten.

Mit der Teilnahme an der Rallye wollen die Ingenieure zeigen, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge alltagstauglich und zukunftsfähig sind.

Ausschnitt von der HomePage der UNI Magdeburg

Bemerkung
tolles und kommunikatives Team
eZTR ist DER EyeCatcher der WAVE Austria 2018
viel Erfolg für die Zukunft

WAVE Trophy Tagesbericht #6, Etappe „Wien -> Freistadt“ (27.09.2018)

Die Tagesberichte und weitere tägliche Blog Posts könnt ihr auch auf unserem Facebook Blog lesen.

Nach der Übernachtung in Elsbeere Wienerwald machen wir uns um 07:45 auf den Weg Richtung des Betriebsgeländes der Firma Kickinger, angeblich findet dort ein gemeinsames Frühstück statt. Angekommen begeben wir uns in die ausgeräumte Fabrikhalle und stellen fest, dass Mathias von Fahrvergnügen nicht zu viel versprochen hat. Es gibt Frühstücksbuffet mit frischen, österreichischen Gebäcken und die üblichen Schmankerl. Circa zehn unterschiedliche Aussteller haben Stände aufgestellt und warten darauf, uns die Geschichte hinter ihrem Herzensprojekt zu erklären. Eine Schülergruppe der vierten Klasse der HTL St. Pölten zeigt ihre selbst konzipierte Motorsteuerung mit Drehstromasynchronmotor, andere präsentieren ein Prototyp ihres mechanischen Lademechanismus und ein älterer Herr zeigt sein Auto – ein 100 Jahre altes Elektroauto. Also so alt, dass sogar Kaiser Wilhelm einen fuhr. Nach einer Stunde Nussgipfeln und Topfentascherl schoppen begeben wir uns zu den Fahrzeugen und zischen nach Großschönau. 

Dort angekommen werde wir direkt von der Support Crew empfangen und millimetergenau auf den Ladeplatz verwiesen. Hat da etwa jemand meine Blogposts der letzten Tage gelesen? Wir begeben uns in das Hauptgebäude der Sonnenwelt Großschönau. Stellt sich heraus, dass dieses Gelände vor ein paar Jahren auserkoren wurde, als Vorzeigeprojekt die Nachhaltigkeit der Region zu repräsentieren. Der ganze Komplex soll Ideen, Ansätze und geschichtliches Bewusstsein der Solarenergie vermitteln und bietet einen über 2000 m² großen Themenpark mit Experimenten, historischen Aufbereitungen und technischen Lösungen. Es brennt uns unter den Fingernägeln diese Tour abzuklappern, aber nach 5 Minuten ist damit Schluss, denn jetzt gibt’s Gulaschsuppe. Wir kommen sicher irgendwann wieder hier her, allerdings ohne WAVE und mit genug Zeit. Die Themenwelt ist toll aufgebaut und das Thema wichtig. 

Von der Sonnenwelt geht’s dann zu KEBA nach Linz, also einer von Linz größten und renommiertesten Unternehmen. Wir werden in die Tiefgarage gelotst, wo ein Stand aufgebaut wurde. Es gibt über 30 Ladestationen für den Stecker Typ 2 und wir können unser Auto problemlos anstecken. Wir werden zu einer Tour durch die Fertigungshalle eingeladen und bekommen anhand einer Präsentation die KEBA vorgestellt, alles ziemlich interessant. Das Marketingteam hat sich bei diesem Etappenziel definitiv bemüht und sich ordentlich ins Zeug gelegt, zum Beispiel gibt’s blechweise Kuchen der Konditorei Jindrak, also den Erfindern der Linzer Torte. In der Tiefgarage können wir anschließend mit den Mitarbeitern fachsimpeln und uns austauschen. Es fährt ja bereits seit Beginn der WAVE ein KEBA Tesla mit, daher kennen wir ein paar davon. Nun geht’s auf zu Kreisel nach Rainbach bei Freistadt. 

Kreisel ist vermutlich einigen ein Begriff, die Firma war vor ein paar Jahren mit ihrem elektrischen Porsche Panamera groß in den Medien. Das Gebäude befindet sich im ländlichen Rainbach bei Freistadt, also mitten im grünen, schönen Oberösterreich. Das frisch errichtete Headquarter sticht eindrucksvoll aus der Landschaft heraus und reflektiert Fortschritt in der eher ländlichen Region. Auf dem Betriebsgelände gibt’s natürlich eine Unmenge an Ladestationen, wodurch das Laden komplett unproblematisch abläuft – wäre da nicht die Tatsache, dass unsere Autos bei der Firma eine Überlast erzeugen und wir dadurch keinen Strom mehr zuzeln. Stattfindende Energietests bei Kreisel und unseren Autos sprengen die maximal ertragbare Energiemenge, wodurch wir entweder alle abstecken müssten oder eine sonstige Lösung gefunden werden muss. Lösung der Firma Kreisler: Die WAVE bekommt den Fokus und die Mitarbeiter können auf der Dachterrasse am 25m Firmenpool ein paar Freistädter Bier trinken und den Abend ausklingen lassen. Ja, richtig gelesen. Wir werden gebeten uns in die Firmenbar zu begeben, also stehe ich von meinem Platz an der Firmenfeuerschale auf und nehme mir auf dem Weg ein Freistädter Ratsherren aus dem Firmenkühlschrank mit. Ja, wieder richtig gelesen. Nach einem Vortrag von Markus Kreisel zur Entstehungsgeschichte von Kreisel halten auch Helios und Phoenix Contacts kurze Präsentationen zu diversen elektrotechnischen Themen. Dann fahren wir im Konvoy nach Freistadt. 

In Freistadt werden wir am Marktplatz gefühlt von der halben Stadt empfangen. In der Innenstadt wurde für uns Ladepunkte verlegt, die Hotels sind ca. 200m von unseren Parkplätzen entfernt. Auf einer Bühne findet Programm statt, unter anderem tanzen Schülergruppen ein Stück und die Damen vom lokalen Bongoclub, falls man das so nennen kann, trommeln. Der Marktplatz ist gefüllt mit Einwohner, die sich für unsere Rallye und die Technologie interessieren. Ausgeschenkt wird Freistädter Bier, für die Kinder gibt’s eine mit Fahrrädern betriebene Carrerabahn und Kreisel stellt Elektromotorräder aus. Wir erhalten eine offizielle Ansprache und begeben uns nach dem Einchecken in die Freistädter Brauerei. Durch die Showbrauerei geht’s in der Brauereikeller, wo uns ein gutes Abendessen erwartet. Super Tag, gut gemacht, Oberösterreich.

WAVE Trophy Tagesbericht #5, Etappe „Graz -> Wien“ (26.09.2018)

Die Tagesberichte und weitere tägliche Blog Posts könnt ihr auch auf unserem Facebook Blog lesen.

Beim Frühstück scheint uns die Sonne durch die Glasfassade des Hotels ins Gesicht und es zeichnet sich ab, dass heute ein wunderschöner Tag zum cruisen wird. Wir zischen mit unserem Flitzer über steirische Landstraßen und freuen uns an der schönen Landschaft, am wunderschönen Österreich. Das Ziel am Morgen ist die Marktgemeinde Passail in der Steiermark. Angekommen am Marktplatz werden wir von lokalen Ansäßigen herzlich empfangen und man merkt, dass sich der Verantwortliche, ein Mitarbeiter der Energie Steiermark, wirklich ins Zeug gelegt hat. Bäuerinnen servieren uns mehrere selbst zubereitete Kuchen, der Eiermann trumpft mit seiner mit Pellets betriebenen Grillpfanne auf und bereitet uns frische Eierspeise zu. Gefühlt ist das Interesse unter den Ansäßigen hier bisher am größten, wir berichten sicher fünf unabhängigen Interessenten von unseren Erfahrungswerten. Sogar der Eiermann informiert sich über eine Elektrolieferwagen, denn nach eigener Einschätzung wäre das genau das richtige für ihn, insofern das Fahrzeug genug Reichweite hat. Zudem schwirren überall Schüler der Volksschule zwischen den Parkplätzen durch und freuen sich an den leisen Autos. Und natürlich an den Süßigkeiten.

Um 10:30 zischen wir Richtung Ternitz ab und begeben uns auf die Autobahn. Dort angekommen essen wir Gulasch und können Downhiller und Freerider ähnliche E-Bikes ausprobieren. Da wir nicht genug aufladen können, müssen wir bei der Weiterfahrt nach Wien beim lokalen Dehner taktisch zwischenladen. Die dort vorhandene Ladesäule stammt tatsächlich von der VKW und ist VLOTTE-Ladepartner, coole Sache. Wir verbringen eine Dreiviertelstunde auf dem Parkplatz und machen uns dann auf den Weg Richtung Phoenix Contacts in der Wiener Favoritenstraße. Angekommen in Favoriten spazieren wir im Convoy zum FH Campus Wien und nehmen an einer Präsentation mit mehreren Vortagenden teil. Es sprechen Leute vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Phoenix Contacts, INSTADRIVE und des ElektroMobilitätsClubs Österreich. Zum Schluss stellt der FH Campus Wien seinen Masterlehrgang Green Mobility vor. Danach gibt’s wie üblich Essen. Zurück beim Auto bemerken wir, dass alle Fahrzeuge abgesteckt wurden. Den Grund dafür kann man sich leicht herleiten: Die Support Crews müssen logischerweise ihr Equipment irgendwann verstauen und mitnehmen. Wir sind aber der Auffassung, dass das Lademanagement und die Etappenorganisation im Vorfeld besser kommuniziert werden muss. Es läuft oft nach First Come – First Serve ab und die Parkplätze sind nicht selten kreuz und quer verstellt. Im Vorfeld auf die Etappenziele abgestimmte und den „Stromern“ zur Verfügung gestellte Pläne wären in Zukunft sicher sinnvoll. Vor der Eingangstüre des FH Campus finden Gespräche under den Teilnehmern statt und wir stellen fest, dass wir mit diesen Ansichten nicht alleine sind. Um ca. 21.00 machen wir uns auf den Weg zum 61 km entfernten Hotel Smart Liv’in Böheimkirchen. Dort angekommen bekommen finden wir zwei Ladesäulen mit 4 Ladeslots, einen davon können wir für uns zum Nachtladen ergattern. Vorteile, wenn man rechtzeitig abfährt.

Der heutige Tag war eher fahrlastig und über den Inhalt der Informationsveranstaltungen werden wir in unserem Blog nicht berichten, dafür gibt’s die jeweiligen Seiten der Institutionen. Morgen wird’s vermutlich interessanter, wir freuen uns drauf.

WAVE Trophy Tagesbericht #4, Etappe „Mallnitz -> Graz“ (25.09.2018)

Die Tagesberichte und weitere tägliche Blog Posts könnt ihr auch auf unserem Facebook Blog lesen.

Nach einer hervorragenden Nacht im Jägerhof unterhalten wir uns beim Frühstück mit Erika über Themen wie Landflucht in Kärnten, das Leben im Ort und Elektrofahrzeuge. Wir nenne ein paar Eckdaten unseres BMWs und berichten von unseren Erfahrungen als Besitzer eines modernen Elektroautos. Während ihre Mutter die Wäschespinne leert, hört diese mitterdrin auf, begutachtet unser Auto von allen Seiten und fragt interessiert nach, wie das jetzt mit den ganzen Kabeln und Steckdosen so sei. Wir haben das Gefühl, dass unser Aufenthalt und unsere Ausführungen zum Thema Elektromobilität auf Gegeninteresse stößt, was bei alten Leuten eher unüblich ist. Oder hat jemand von euch schon mal einer alten Rentnerin live am Auto erklärt, was ein „IEC Stecker-Typ 2“ ist? Also wir nicht. Und darum machen wir’s jetzt.

Das erste Etappenziel ist Seeboden am Millstättersee. Angekommen in der Schulallee werden wir von Heerscharen von Jugendlichen begrüßt – logisch, denn heute werden wir von einer Schule zum Thema Elektromobilität interviewt. Nach einer Zeit schwirren überall Splittergruppen von Pubertierenden umher, welche eifrig Daten und Kennwerte für ein Schulprojekt sammeln. Die Motivation hinter diesem ist die Bewusstseinsförderung der Schüler in Bezug auf Elektromobilität und Emissionsfragen. Mit diesem Hintergedanken mussten die Zöglinge ein Konzept für einen Fragenbogen entwickeln, welchen Sie mit unserem Input auswerten werden.  Von den 60 Fahrzeugen werden die 10 coolsten belagert, also sämtliche Rennschlitten und die Limousine mit „CORDOLA GRÜÜÜÜÜN!“ im aufgedrehten Soundsystem. Wundert niemand, in diesem Alter ist ja Coolness das wichtige Leitmotiv.

Wir spritzen die Führung an den Millstättersee und fahren früher als alle anderen nach Villach zu Infineon. Dort angekommen serviert man uns belegte Brötchen mit kärtner Kostbarkeiten, also lokalen Käse, „harte Wirschtln“ und „lofntoaler Apfelsaft“. Die Vorstandsschefin von Infinion Österreich hält eine Ansprache und lädt uns auf ein Mittagessen in die Kantine ein. Die Kantine ist gesteckt voll, es herrscht Chaos. Als wir platziert werden ist’s 12:17, unsere Führung sollte um 12:15 starten. Nach 10 Minuten bemerken wir, dass einige runter spazieren, allerdings ohne offensichtliche Anweisung von irgendwem. Ich gehe schnell auf’s Klo und spaziere zu unserer Platzeinweiserin, da erzählt die mir, dass die Tour vor ca. 1 Minute gestartet hat und wir nicht mehr durch die offene (!) Türe können, da das Sicherheitsprotokoll das so verlangt. Die Tour wurde einfach mit 10 Leuten weniger gestartet, der Rest wurde zurück gelassen. Als Alternativprogramm fachsimple ich mit einem der Ingenieure des elektrischen Showroom Go-Karts und hab so meinen Spaß, das Ding ist voll cool. Aber dass ich zurückgelassen wurde ärgerte mich im ersten Moment nicht, mein Auge zuckt öfters einfach so im Herztakt. (Vermutlich nicht.)

Anschließend fahren wir von Villach nach Klagenfurt und brausen direkt zum Hauptbahnhof. Es braucht 40 Minuten bis wir unser Auto an einer der Kelag Ladestationen mit unserem BMW ChargeNow Vertrag laden können. Der i3 kommt mit einer NFC basierten Ladekarte, die Kelag Säulen weisen aber kein Lesegerät auf. Was wir nicht dabei haben sind unsere Vertragsnummer und PIN, denn die braucht man in Vorarlberg nicht. Nach zwei Telefonaten mit Support Hotlines der Kelag und ChargeNow und weiteren 15 Minuten Passwort anfordern auf der ChargeNow Website haben wir endlich unsere Daten für die Kelag App. Die Idee ist ja ganz einfach: Vertragsnummer samt PIN eingeben, QR Code scannen und das Auto zuzelt los. Die Kelag App erkennt unsere Anmeldedaten natürlich nicht und so müssen wir nochmals die Support Hotline bemühen. Stellt sich heraus, dass unsere Daten bei der Kelag nicht freigeschalten wurden und wir sowieso nicht laden können. Das sollte aber nicht sein und der Kelag Mitarbeiter schaltet uns selbstverständlich die Säule so frei und kümmert sich um den Rest. 40 Minuten verschenkt, aber passt jetzt hoffentlich. Wir nehmen am Etappenrogramm in Klagenfurt nicht teil und nutzen die Gelegenheit um jemanden aus der Familie zu besuchen: die Schwiegermutti. Die wohnt dort und hat uns auf einen Kaffee eingeladen. Darauf gehe ich jetzt nicht genauer ein, aber es sei angemerkt, dass ich der Katze leicht am Schwänzle gezogen habe und es mich belustigt hat. Die Katze auch, die tickt so. (Vermutlich nicht.)

Um 16:00 brechen wir zur 139 km entfernten Technischen Universität Graz auf. Der Plan wäre, dass wir alle um 18:00 an einem Vortrag teilnehmen und rechtzeitig ankommen. Keiner der Teilnehmer kommt rechtzeitig an und fast niemand kann vernünftig laden, denn es gibt laut der elektrotechnischen Support Crew keine vernünftige Stromversorgung seitens der Stadt. Ein paar Studenten empfangen uns an einer Steckdose und präsentieren uns ihre selbstgebauten Elektrovehikel aus Material vom Schrotthaufen. Einer von Ihnen erzählt uns, dass sie von unserer Rallye eigentlich gar nichts wussten und sie von unserer Ankunft kurzfristig gestern Abend Wind bekommen haben. Darauf hin haben sie dann beschlossen, uns zu empfangen. Freiwillig, ohne Anweisung von oben, rein getrieben von Enthusiasmus und Freude an Technik. Coole Sache. Anschließend werden wir während eines Vortrags über alternative Energiespeichermethoden informiert, dass das Abendprogramm abgesagt wurde und wir uns in der Stadt selber um Lademöglichkeiten umsehen müssen. Wir finden eine Ladesäule 2.5 km vom Hotel entfernt und laden unseren Flitzer bis 00:15. Ab ins Bett.

WAVE Trophy Tagesbericht #3, Etappe „Mittersill -> Mallnitz“ (24.09.2018)

Die Tagesberichte und weitere tägliche Blog Posts könnt ihr auch auf unserem Facebook Blog lesen.

Heute geht’s über den Großglockner. Gestern Abend wurde schon fleißig Wetterbericht studiert, damit sich die Teilnehmer auf die Passüberquerung einstellen können. Da ausgerechnet gestern und heute ein Sturm über Österreich fegt, ist die Temperatur auf bis zu -6° Celsius abgesackt – was natürlich für die Waver mit Elektrozweirad eine Hürde darstellt. Beim Frühstück spricht sich schnell herum, dass die Überfahrt für Motorräder gesperrt ist. Die Roller und Motorrad Crews werden die Strecke somit über Lienz bewältigen, also den Pass umfahren.

Wir düsen um 09:30 vom Hotel los und fahren Richtung Großglockner Hochalpenstraße. Bereits bei der Anfahrt wird schnell klar, dass die warmen Temperaturen Geschichte sind, denn schon während dem ersten Kilometer nach der Mautstelle machen sich Schnee und eiskalter Wind bemerkbar. Beim passieren des Schranken sehen wir im Vorbeifahren die HBC Elektroroller Crew auf dem Parkplatz stehen. Wir fragen uns, wie deren Tag verlaufen wird.

Während des Anstiegs machen wir laufend Fotos und dokumentieren unsere Strecke. Das heißt, wir bleiben jede Kurve mit halbwegs interessantem Ausblick stehen, der „agile“ springt raus und lässt 20-30 Schnappschüsse durch. Beim dritten Stopp beschließe Ich, die Jacke gar nicht mehr aus zu ziehen, so einen „Zapfen“ hat es. Kurz vor der Passhöhe halten wir in einem kleinen Cafê, trinken zwei Espressi und schauen den anderen beim Ladesäule hantieren zu. Die Batterie unseres BMWs hat 94 Ah, wodurch wir noch 51% Restladung und somit überhaupt keinen Bedarf haben Strom zu tanken. Die Überquerung der Passhöhe ist leider enttäuschend, der Nebel behindert jegliche Sicht auf umliegende Bergspitzen und interessante Ausblicke. Bei der Abfahrt machen wir einige tolle Bilder, unter anderem in einem Tunnel. In diesem pfeift uns der Wind derart um die Ohren, dass sich das iPhone aufgrund der Kälte selbst abwürgt. Die Abfahrt dauert circa eine Stunde und es scheint, als ob sich der Nebel langsam verzieht. Blöd gelaufen, die Überfahrt war aber auch ohne klarer Sicht lässig.

Angekommen in Heiligenblut gönnen wir uns einen Leberkäsesemmel, im Cafê gibt’s was zu trinken. Dieser Stopp is rein optional und dient nur zum Zwischenladen der Fahrzeuge, trotzdem gibt’s um 14:15 eine Rede des Bürgermeisters. Wir verstehen allerdings nicht warum, die anderen Teilnehmer auch nicht und die elektrotechnische Support Crew auch nicht. Die letzteren leisten übrigens super Arbeit, ich hoffe der Veranstalter spendiert denen auch mal einen „Leabrkäs“. Um 14:30 werden wir angewiesen uns bis um 15:00 in das 60 km entfernte Mallnitz zu begeben, denn der Veranstalter hat laut einem Gruppenleiter kurzfristig beschlossen, dass er den Fototermin eine Stunde vorverlegt. Die Teilnehmer fahren nach und nach ab und jedem ist klar, dass sich das nicht ausgeht. Aber diese kurzfristige Planabweichung ist bestimmt wohl durchdacht. (Vermutlich nicht.)

Es geht sich natürlich nicht aus. Der Fototermin läuft komplett chaotisch ab, die Kommunikation lässt zu wünschen übrig – keiner kennt sich aus und alle stehen in der Kälte. Dafür sehen wir bildhübsche Wildpferde, kleine Wildschweinchen und freilaufende Kühe, auch schön. Und die Gespräche mit den anderen Teilnehmern sind wie immer spitze.

Jetzt geht’s im Convoy zum Besucherzentrum des Nationalparks Hoher Tauern. Wir bekommen anhand einer Präsentation Eindrücke des Gebiets vermittelt, anschließend können wir über Videoräume weitere Informationen erhalten. Danach fahren wir in unsere Pension, den Jägerhof in Mallnitz. Wir werden von Hausherrin Erika freundlich empfangen und bekommen von ihrer Mutter ein „Schnäpsle“ angeboten, denn ihrer Meinung nach hat man das bei dieser Kälte nötig. Erikas Mama soll Recht behalten.

WAVE Trophy Tagesbericht #2, Etappe „Stams -> Mittersill“ (23.09.2018)

Die Tagesberichte und weitere tägliche Blog Posts könnt ihr auch auf unserem Facebook Blog lesen.

Nach einer erholsamen Nacht in komfortablen Hotelbetten läutet der Wecker um 07:30. Frühstücksbuffet gibt’s von 07:45-08:30, der Hotelier wurde laut eigenen Aussagen vom Veranstalter gebeten, alle Teams bis 08:30 auf den Weg zu schicken. Verständlich, unser erstes Etappenziel Reith im Alpbachtal ist 89 Kilometer entfernt und manche Fahrzeuge schaffen das nicht in einem Atemzug. In Reith werden wir bei der Talstation der Reitherkogelbahn von Andrea mit Mikrofon empfangen und zu unserem Parkplatz eingewiesen. Es stellen sich ein älterer Herr und eine ältere Dame vor, die uns heute eine organisierte Tour durch die Gemeinde geben, jeweils auf Deutsch und Englisch. Im Laufe dieser Führung besuchen wir diverse Örtlichkeiten und bekommen historische und gesellschaftliche Eindrücke vermittelt. Eine Stunde später gelangen wir wieder zum Ausgangsplatz, bekommen Verpflegung und schießen das offizielle WAVE Austria 2018 Foto.

Nun geht’s auf nach Schwaz, eine Ortschaft 17 km entfernt. Andrea, die Interviewerin betonte bei unserer Ankunft Schwaz als „Schwahz“, nicht „SCHWATZ!„, wie es eigentlich heißt. Wir werden höflich von der Dialektpolizei aufmerksam gemacht, dass Andrea den Gemeindenamen falsch betont. Anders formuliert, ein zufällig vorbeigehender Rentner motzt uns an, dass wir gefälligst „gscheid redn“ sollen. Wir können seinen Einwand nachvollziehen. (Vermutlich nicht.)

Wir treffen uns alle bei einem künstlerischen Gebilde neben einem kleinen Fluss. Zu trinken gibt’s frischen Apfelsaft von lokalen Bauern. Will man gespritzten statt puren Apfelsaft, füllen die Bäuerinnen gerne Wasser nach – aus dem Dorfbrunnen mit bester Trinkwasserqualität. Nach circa einer halben Stunde eröffnet ein Gemeindemitarbeiter den eigentlich Akt, die Weihung der neu erbauten Stromzapfsäule der Stadtwerke Schwaz (SCHWATZ!). Der Bürgermeister, ein leitender Ingenieur und der Pfarrer sagen jeweils 5 Minuten themenspezifischen Inhalt, dann findet die Weihung statt. Um 15:30 fahren wir aus Schwaz (SCHWATZ!) los und machen uns auf die Socken Richtung Mittersill über den Gerlospass. Mal schauen, ob wir auf der Strecke ein paar „Hängengebliebene“ treffen.

Angekommen in Mittersill werden wir von der Vorsitzenden des Tourismusverbandes Hohen Tauern empfangen, es findet eine Führung durch das Nationalparkzentrum statt. Die Ladesituation gestaltet sich auf dem Parkplatz etwas schwierig, da nicht genug Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen. Deshalb grasen wir den Ort nach Zapfsäulen ab und finden vier Stück: Zwei beim Rathaus, eine bei der Hypo Bank und eine bei der lokalen Gärtnerei. Andere Schlaumeier sind natürlich auch auf diese Idee gekommen, weshalb wir ein paar Minuten warten müssen… die Video Crew war nämlich schon vor uns da. Anschließend gibt’s im Nationalparkzentrum Abendessen. Beim Briefing zeigt der Organisator eine Fassung des aktuellen WAVE Films, welcher hier zu finden ist: https://www.youtube.com/watch?v=TQshsLmfoQU

Schauen wir auf den Tag zurück können wir getrost sagen, dass das ein „ruhiger“ Sonntag war. Die Strecken waren schön, die Etappenziele gemütlich und ein Espresso auf der Bergkuppe war auch drinnen. Wir freuen uns auf morgen, da geht’s über den Großglockner. Das wird vermutlich actionreicher, zumindest hoffen wir das.

WAVE Trophy Tagesbericht #1, Etappe „Wangen im Allgäu -> Stams“ (22.09.2018)

Die Tagesberichte und weitere tägliche Blog Posts könnt ihr auch auf unserem Facebook Blog lesen.

Tagwache um 07:00, Wasch- und Munterwerdzeit. Die Nacht war kurz, in Anbetracht des tollen Vorabends aber komplett gerechtfertigt. Die Sauters legen viel wert auf Gastfreundschaft und Geselligkeit, was unseren kurzen Aufenthalt äußerst lustig und unterhaltsam macht. Zum Frühstück gibt es hiesige Bretteljause nach Allgäuer Art, sprich Brot, Käse, Speck und frische Butter. Wahrlich hervorragend. Um 08:15 machen wir uns auf den Weg nach Wangen zum Parkplatz #2, wo sich alle Teilnehmer gestaffelt um 08:30 versammeln. Da wir zu spät wegfahren, haben wir für die Strecke nur 15 Minuten Zeit. Wir werden aber noch rechtzeitig ankommen. (Vermutlich nicht.)

Am Parkplatz angekommen, fängt unter den Teilnehmern die erwartete Fachsimpelei und freundschaftliche Diskussion an. Wir lernen viele interessante und nette Teams kennen, unter anderem der E-Car Sharing Anbieter Mühlferdl, der Elektromotorradhersteller Johammer aus Bad Leonfelden, @Lux aus Böhmer, die @BHC aus Biberach und die @EYoungster von Phönix Contact. Es werden Erfahrungen ausgetauscht, Bekanntschaften geschlossen und die Autos zwischen  geladen. Ich bin mir sicher, dass alles korrekt im Zeitplan verlaufen wird. (Vermutlich nicht.)

Nach gut einer Stunde beginnt für Gruppe 1 die Abfahrt zum Marktplatz in die Oberstadt. Wir, Gruppe 3, und Gruppe 2 fahren in jeweils einer halben Stunden Abstand hoch. Jedes Team reiht sich mit seinem Fahrzeug in die Kolonne zum Startlinie ein, wir natürlich auch. Nach einem kurzen Interview an der Startlinie fällt für uns um 10:44 der Startschuss. Da bei uns einige Fahrzeuge mit geringer Reichweite mitfahren, wurde für Gruppe 3 eine andere Strecke geplant. Die Gruppen 1 und 2 werden sich über Frastanz nach Stams begeben, wir über Hittisau. Wir machen uns nun auf den Weg zum ersten Etappenziel, Leutkirch im Allgäu. Also genau der Ort, von wo wir 2 Stunden vorher gekommen sind. Das ist sicher ein Zufall. (Vermutlich nicht.)

Angekommen in Leutkirch werden wir auf den Dorfplatz geführt und erneut interviewt, die Stadt hat heute nämlich Mobilitätstag. Wir erhalten Bons für Essen und Trinken, welche wir in Allgäuer Maultaschen und lokales Härle Weizenbier eintauschen. Am Marktplatz herrscht reges Feiern und Treiben, nach einer kurzen Rundschau gönnen wir uns noch ein paar Crêpes mit Team Speicher. Coole Gespräche, nette Leute. Um 13:04 machen wir uns auf den Weg nach Hittisau. Da wir die Landschaft genießen wollen und die Zeit nicht drängt, planen wir die Route über Balderschwang. Diese Strecke ist zwar ca. 10-15 Kilometer länger, dafür schöner und interessanter.

In Hittisau werden wir von einem vorarlberger Supporter direkt zu einer Gleichstrom Schnellladesäule verwiesen – super Sache, unser Auto wird dadurch in 20 Minuten auf 94% geladen. Am Dorfplatz treffen wir eine nette Dame vom Tourismusbüro, welche den WAVE Teilnehmern „Willkommenssäckle“ mit einer Dose Kräutersalz der Gemeinde überreicht. Die Rallye fordert zudem ihr erstes Opfer, ein Elektroroller der Marke Trinity. Nachdem fünf Leute eineinhalb Stunden den Motor-Controller mühseelig aus- und wieder eingebauen, kommt man zum Schluss, dass für den Roller die Reise vermutlich zu Ende ist.

Wir fahren nun 168km von Hittisau über Schoppernau, Lech und Stuben nach Stams während wir die Sonne beim Untergehen betrachten. Unser Auto kommt mit Klimaanlage 230km, durch die 1400 Höhenmeter wird diese Reichweite natürlich deutlich vermindert. Es wird spannend, was morgen die Elektroroller Fahrer für Erfahrungsberichte erstatten… denn die kommen mit einer Ladung ca. 50km, die Ladedauer beträgt laut eigenen Angaben ca. 2.5 Stunden, die Maximalgeschwindigkeit 50km/h und die Abfahrtzeit 16:30.

In der Stift Stams angekommen werden unsere Fahrzeuge von einem Abt „gesegnet“, anschließend wird uns von den lokalen Köchinnen  Schnitzel mit Kartoffelsalat serviert. Nach dem Essen erhalten wir eine kurze Führung durch die Kirche. Müde fahren wir zu unserer Unterkunft, das Hotel Stern in Obsteig. Wir lassen den Abend in einer geselligen Runde an der Hotelbar ausklingen und lehnen jegliches Bier ab. (Vermutlich nicht.)

WAVE Trophy Tagesbericht #0, Etappe „Anreise nach Wangen“ (21.09.2018)

Die Tagesberichte und weitere tägliche Blog Posts könnt ihr auch auf unserem Facebook Blog lesen.

Anreisetag. Gut bepackt fahren wir, Kurt und Daniel mit Maskottchen Äffle, im BMW i3 von Altach nach Wangen im Allgäu. Oben angekommen werden wir mit einer Beschilderung durch die Oberstadt gelotst, welche uns kurz vor Ende am Marktplatz über einen roten Teppich führt und man uns ein Mikrofon entgegen hält – wir sind offensichtlich beim Event Center angelangt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde folgen wir der Beschilderung weiter und gelangen zum Parkplatz #2, einen der beiden Sammelpunkte der Teams. Wir spendieren dem Auto Strom, ziehen unsere „Tschöpa“ an und mischen uns unter die anderen Teams. Noch ist die Gesprächskultur eher zurückhaltend, denn es kennen sich bisher nur jene Teilnehmer, die schon bei einer vorangegangenen WAVE dabei waren. Ein Blick über den Parkplatz zeigt, dass viele unterschiedliche Fahrzeugtypen und Marken vertreten sind: elektrische Klein- und Mittelklassewagen, Elektroroller, Elektromotorräder, Experimentalfahrzeuge und elektrische Kleinbusse. Nur Elektro-Quad können wir keines finden.

Nach einer Stunde beginnt das Rahmenprogramm – entweder eine Stadtführung durch die Oberstadt Wangens oder einen Blick in ein Kraftwerk von Wangens Energieversorgungsunternehmen. Da valcanover engineering 20 Jahre Steuerungen für Kleinkraftwerke realisiert hat, ist Wasserkraft in der Familie Valcanover gängiges und bekanntes Pflaster – wir entscheiden uns daher an der Stadtführung teilzunehmen. Nach der einstündigen Führung werden wir zurück zum Ausgangspunkt gebracht, von wo aus wir anschließend in die Stadthalle weitergeführt werden. Es folgt eine Eröffnungsrede des Veranstalters, sowie eine Motivationsrede des Bürgermeisters. Nun stellt sich jedes Team auf der Bühne vor und nennt seine Beweggründe für die Teilnahme an der WAVE. Bevor der Abend mit einem einstündigen Briefing beendet wird, serviert man uns Kalbsbraten mit Spätzle und Gemüsequiche. Voll gut.

Wir machen uns auf den Weg zur Nächtigungsunterkunft, welche am Rallye Vortag kostenlos von Privatpersonen zur Verfügung gestellt wird. Unsere Unterkunft befindet sich in Hobs bei Leutkirch im Allgäu, eine Ortschaft 29km von Wangen entfernt. Am Ziel angekommen werden wir von unseren Gönnern Eva und Adi Sauter in Empfang genommen. Das riesige Haus ist eine ehemalige Wirtschaft mit Tenne und Autowerkstatt, die beiden wohnen seit 1990 dort. Da das Haus enorm groß und Adi Mitglied im Engergieförderverein Leutkirch ist, haben sie drei Doppelzimmer zur Verfügung gestellt.

Mit uns treffen noch zwei andere Teams ein, eines aus Niederösterreich und eines aus Bern. Nachdem uns Evi unsere Gemächer zeigt, hören wir Musik aus dem anderen Ende des Hauses. Adi hat angeblich im Partyraum bereits Musik aufgelegt und frisches, lokales Weizenbier an der Bar aufgetischt. Die Niederösterreicher gehen direkt ins Bett, da sie seit 3 Uhr in der Früh mit ihrem Tesla Roadster Sport auf Achse sind. Wir sitzen zu sechst an der heimisch eingerichteten Theke, trinken Bier und Wein, hören eine Dire Straits Vinyl Originalpressung von 1985 und lassen den Tag ausklingen.